Montag, 3. Juni 2013

Neustart ins normale Leben...

Krank? Ich doch nicht. Zu viel? Nein, das schaffe ich noch. Pause? Nein, ich schaffe auch das noch... So war jahrelang meine Eigenwahrnehmung. Da bahnte sich aber etwas an und ich hab es nicht ernst genommen, bis es fast zu spät war. Es war einfach zu lange zu viel in meinem Leben und ich war erschöpft. Jahrelanger Kampf in einer Kita als Leitung für das Haus gegen einen ignoranten Bürgermeister (nicht in Wustrow) und seine Anhänger. Letztendlich haben wir aufgegeben und mich hebelte es aus. Die Familie kam zu kurz, meine Ehe stand auf dem Prüfstand. Im Januar konnte ich dann nicht mehr, bin nach wochenlangem Nichtschlafen und Schmerzen am ganzen Körper einfach nicht mehr zur Arbeit gekommen. Mein Mann war zu dieser Zeit Gott sei Dank zu Hause. Er fährt zur See und ist dann immer einige Zeit nicht bei uns. Seit dieser Zeit war ich nun krank geschrieben und fühlte mich die ersten zwei Monate wie eine achtzig jährige Frau, konditionell gesehen. Ich habe durch Therapie und Zeit für mich mein Leben noch mal neu überdenken müssen und auch können. Ich trete jetzt langsamer, ich muss langsamer treten, auch wenn das schwer ist. Seit heute werde ich nach dem Hamburger Modell wieder eingegliedert und arbeite als Erzieherin beim gleichen Träger in einer anderen Einrichtung. Ich freu mich darüber, vermisste das Arbeiten mit den Kindern und den Kollegen. Mit mehr Verantwortung lass ich es nun langsam angehen und habe das erste Mal wieder ein gutes Gefühl, wenn ich die Arbeit verlasse. Ich spüre keinen zugeschnürten Hals und keine Magenkrämpfe mehr beim Aufstehen.
Ich weiß, das war jetzt gar kein Post über meine Leidenschaft, das Nähen und Handarbeiten, aber das war heute sehr wichtig für mich. Ich habe das Gefühl, es geht nun voran und auch mein berufliches Leben übersteht diese Krise, nicht unbeschadet aber gerettet. Liebe Grüße Verena

Kommentare:

  1. oh oh, das kommt mir so unheimlich bekannt vor!

    und ist nähen da nicht auch eine form der therapie? malen mit stoff und nadel? sich freuen über etwas selbstgeschaffenes, einzigartiges?

    wie schön, dass es dir schon besser geht!

    liebe grüße aus mittelholstein

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  2. Ja, das ist wahr. Um ehrlich zu sein, war das nähen ne ganze Weile das einzige was mich froh machen konnte. Nichts anderes berührte mich zu dieser Zeit. Danke für deine Worte. Lg Verena

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  3. supi schick. Kompliment. Den Schnitt mag ich auch gerne.
    LG Katrin

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  4. Hallo Verena,
    ich habe deinen Blog heute über den MMM entdeckt...
    ...ich freue mich das es dir wieder etwas besser geht!
    Ich wünsche Dir und deiner Familie alles Liebe und Gute!!!!
    +ganz viel Kraft und Lebensfreude!!!
    Liebe Grüße aus Bremen
    Sandra

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